6. August 2025
VSE Umfrage: 59% sind für Windräder, die vom Balkon aus sichtbar sind
Die aktuelle Umfrage des VSE in Zusammenarbeit mit gfs.bern zeigt: Die Schweizer Bevölkerung will Versorgungssicherheit, dicht gefolgt von bezahlbarem Strom und Klimaneutralität. Dabei stellt sie der Energiepolitik des Bundes ein gutes Zeugnis aus. Eine grosse Mehrheit der Bevölkerung befürwortet weiterhin die Umsetzung der Energiestrategie des Bundes und sieht das Stromgesetz als entscheidenden Schritt in die Energiezukunft.

Die Studie zeigt: Solange die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit gewährleistet sind, stehen 59 % der Bevölkerung hinter der aktuellen Energiepolitik des Bundes. Die Förderung erneuerbarer Energien wird breit unterstützt. Bild: GFS
Die von gfs.bern im Auftrag des Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE durchgeführte jährliche Befragung zeigt ein klares Bild: Solange die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit gewährleistet sind, stehen 59 % der Bevölkerung hinter der aktuellen Energiepolitik des Bundes. Die Förderung erneuerbarer Energien wird breit unterstützt.
Energiewende viel zu langsam
Die Versorgungssicherheit bleibt mit 45 % die wichtigste Priorität im energiepolitischen Trilemma – bezahlbarer Strom (29 %) und Klimaneutralität (26 %) folgen mit Abstand. Die Förderung erneuerbarer Energien ist für die Bevölkerung weiterhin das zentrale Element einer glaubwürdigen Energiepolitik, aber nicht zu jedem Preis. Massnahmen wie die Förderung der Energieeffizienz (94 %) und der Ausbau der Wasserkraft (92 %) geniessen höchste Akzeptanz – sie gelten als konsensfähige Säulen der Versorgungssicherheit. Die Akzeptanz für Photovoltaik ist besonders hoch: 94 % der Befragten sprechen sich dafür aus, Solaranlagen auf Dächern schnell auszubauen. Den Befragten geht die Energiewende viel zu langsam voran (63 %).
Hohe Akzeptanz für Wasser- und Solarenergie
Insgesamt bleibt die Beurteilung der Standorte von neuen Anlagen zur Stromproduktion – insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr – recht stabil. Wie bereits in den vergangenen Befragungswellen sind Solaranlagen auf bestehender Infrastruktur (94% sehr/eher einverstanden, -1 Pp.) sowie auf allen geeigneten Dächer und Fassaden (92%, -3 Pp.) gänzlich unumstritten. Die Akzeptanz für Stauseen anstelle früherer Gletscherflächen liegt weiterhin hoch: 76 Prozent sprechen sich dafür aus – ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 2022 lässt sich ein klarer Trend erkennen: Die Zustimmung wächst kontinuierlich und liegt inzwischen fast 10 Prozentpunkte über dem Ausgangswert.
59% sind für Windräder, die vom Balkon aus sichtbar sind
Sehr konstant zeigt sich die Zustimmung zu Anlagen die direkt in die Natur gebaut werden: So sind 2025 59 Prozent (+1 Pp.) der Befragten einverstanden mit Windrädern auf Hügeln, die vom eigenen Balkon aus sichtbar sind, und nach wie vor ist mit 50 Prozent (±0 Pp.) eine minimale Mehrheit mit grossen Solaranlagen auf freien Wiesen in den Bergen einverstanden. Auf tiefem Niveau stabil zeigt sich die Zustimmung zu einem Gaskraftwerk im Umkreis von 10 Kilometern vom eigenen Wohnort (39%, +2 Pp.). Gaskraftwerke in der eigenen nahen Umgebung sind somit die einzigen Anlagen, mit denen eine Mehrheit der Stimmberechtigten nicht einverstanden sind (57% eher/gar nicht einverstanden, +10 Pp.).

59 Prozent (+1 Pp.) der Befragten einverstanden mit Windrädern auf Hügeln, die vom eigenen Balkon aus sichtbar sind. Bild: GFS
59% sind für Windräder, die vom Balkon aus sichtbar sind
Sehr konstant zeigt sich die Zustimmung zu Anlagen die direkt in die Natur gebaut werden: So sind 2025 59 Prozent (+1 Pp.) der Befragten einverstanden mit Windrädern auf Hügeln, die vom eigenen Balkon aus sichtbar sind, und nach wie vor ist mit 50 Prozent (±0 Pp.) eine minimale Mehrheit mit grossen Solaranlagen auf freien Wiesen in den Bergen einverstanden. Auf tiefem Niveau stabil zeigt sich die Zustimmung zu einem Gaskraftwerk im Umkreis von 10 Kilometern vom eigenen Wohnort (39%, +2 Pp.). Gaskraftwerke in der eigenen nahen Umgebung sind somit die einzigen Anlagen, mit denen eine Mehrheit der Stimmberechtigten nicht einverstanden sind (57% eher/gar nicht einverstanden, +10 Pp.).
Energiediversität als Schlüssel zur Versorgungssicherheit im Winter
Die Schweiz steht mitten in der Transformation ihres Energiesystems. «Die Bevölkerung will eine klimafreundliche Energiezukunft – schnell, flächendeckend und sicher», erklärt Michael Frank, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen. Doch wie die im Januar 2025 aktualisierte VSE Studie «Energiezukunft 2050» zeigt, bleibt die Stromversorgung im Winter auch in Zukunft eine grosse Herausforderung. Erneuerbare Energien schaffen es aktuell und auch in naher Zukunft nicht, die kalten Wintermonate energietechnisch zu überbrücken. Denn selbst wenn die Ausbauziele des Stromgesetzes erreicht werden, ist in den Wintermonaten ergänzende Stromproduktion erforderlich.