Windenergie im Wald ist kein Risiko für Wild und Ökosystem

Ein Blick über die Grenze nach Deutschland zeigt: Tiere und Fauna gewöhnen sich gut an Windenergieanlagen im Wald. Die Biodiversität kann sogar aufgewertet werden.

In der Schweiz wurden bisher noch keine Windparks in Wäldern gebaut. Vieles spricht aber auch hierzulande dafür, forstwirtschaftlich intensiv genutzte Waldflächen für die Windenergie zu öffnen: Einerseits sind diese Wälder durch Strassen meist gut erschlossen und die Distanz zu Wohngebieten ist grösser. Andererseits ist bei intensiv genutzten Waldformen die Artenvielfalt in der Regel gering. Das Beispiel Verenafohren in Baden-Württemberg zeigt: Der Wald wurde durch den Windpark sogar aufgewertet.

 

Windrad Park

Die Biodiversität des Walds, in dem der Windpark Verenafohren steht, wurde durch den Bau der Anlagen sogar verbessert. © Andreas Klatt/DesignConnection

  • Bei intensiv genutzten Waldformen ist die Artenvielfalt in der Regel gering. Ein oft gut ausgebautes forstwirtschaftliches Wegenetz erleichtert den Transport der Anlagenteile. Und aufgrund des dichten Bewuchses im Wald sind Windenergieanlagen auch für Erholungssuchende selten oder nur in unmittelbarer Nähe hör- und sichtbar.

 

  • Der 2018 in Betrieb gegangene Windpark Verenafohren befindet sich unmittelbar an der deutschen Grenze zum Kanton Schaffhausen zwischen den Schweizer Dörfern Bargen und Lohn. Auch Schweizer Energieversorger sind daran beteiligt. Die regionale Sektion des deutschen Verbands für Natur- und Umweltschutz BUND hat das Windenergieprojekt von Beginn an begleitet und zieht bezüglich der Artenvielfalt im Bereich der Rodungsflächen eine positive Bilanz: 35 Blumen- und Gräserarten, die teils selten vorkommen, besiedeln den jetzt lichteren Waldrand an den Standorten der Windkraftanlagen sowie an der Zuwegung.

    Bericht Untersuchungen über die Entwicklung der Freiflächen im Bereich der Windräder und an den Zufahrtswegen

  • In Rheinland-Pfalz gibt es viele Windenergieanlagen im Wald. Die Erfahrungen dort zeigen, dass sich Rehe, Hasen, Füchse und Rebhühner rasch an die sich drehenden Flügel gewöhnen. Eine Windenergieanlage ist für sie eine kalkulierbare Störquelle – sie merken schnell, dass sie von dieser Seite nichts zu befürchten haben.
  • Die zuständigen Organe für die Erteilung einer Rodungsbewilligung sind das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Kantone. Wird für den Bau von Windenergieanlagen Wald gerodet, muss an anderer Stelle, möglichst in derselben Gegend, wieder aufgeforstet werden.