Windstrom schützt Vögel und Fledermäuse

75 % der Brutvögel sind vom Klimawandel bedroht. Wenn wir auf Windenergie setzen, schützen wir auch Vögel und Fledermäuse. Denn sie ersetzt fossile Energien.

Gemäss den Schätzungen des Bundesamtes für Energie werden in der Schweiz jährlich 36 Millionen Vögel aufgrund menschlicher Aktivität getötet: Rund 30 Millionen sterben durch Hauskatzen, 5 Millionen kollidieren an Glasfassaden und
1 Million erwischt es im Verkehr. Diesen 36 Millionen stehen 20 Vögel gegenüber, die pro Jahr und Windenergieanlage sterben. Nicht eingerechnet sind 75 % der Vögel und Fledermäuse, die vom Klimawandel bedroht sind.

SE Vogelkiller

Während es für Windenergieanlagen bereits im Planungsverfahren zwingend eine Umweltverträglichkeitsprüfung braucht, ist eine solche bei der Planung von Glasfassaden nicht vorgeschrieben, obwohl in der Schweiz daran jährlich 5 Millionen Vögel sterben.

  • Windenergieanlagen beeinträchtigen Vögel und Fledermäuse kaum. Dank sorgfältiger Planung und technischer Lösungen wird der gesetzlich geregelte Schutz wildlebender Vögel und Fledermäuse gewährleistet. Für jedes Projekt müssen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zahlreiche Untersuchungen durchgeführt und für den Betrieb Minderungs- und Kompensationsmassnahmen umgesetzt werden.
  • Bei der Planung von Windenergieanlagen wird auf Brutplätze und Habitate besonders sensibler Vogelarten Rücksicht genommen: Für Moore, Wasser- und Zugvogelreservate, Auen, Amphibienlaichgebiete und Trockenwiesen und -weiden gilt ein unumstössliches Verbot von Windenergieanlagen.
  • Fledermäuse sind vor allem im Sommer, in der Dämmerung und bei schwachem Wind unterwegs. Die Flugsäuger jagen Insekten meist entlang natürlicher oder baulicher Strukturen. Darum sind Windenergieanlagen an sensiblen Standorten mit einem System ausgerüstet, das die Anlage abschaltet, wenn Gefahr für Fledermäuse droht. Das System berücksichtigt die Tages- und Jahreszeit, den Wind und die Temperatur.
  • Eine wissenschaftliche Studie im Windpark Peuchapatte im Jura aus dem Jahr 2016 zeigt, dass nur wenige Vögel mit den Anlagen kollidieren, obwohl der Vogelzug am Standort überdurchschnittlich hoch ist. Die Studie kommt zum Schluss, dass pro Windenergieanlage jährlich 20 Vögel sterben. In Peuchapatte wurden weder tote Vögel bedrohter Arten noch tote Greifvögel gefunden. Ebenfalls interessant ist, dass die drei 2011 erstellten Windenergieanlagen über keinen Radar verfügen und beim Vogelzug nicht abgeschaltet werden. Studie Vogelzugintensität und Anzahl Kollisionsopfer an Windenergieanlagen am Standort Le Peuchapatte
  • Auch eine Studie rund um die Windenergieanlage im bündnerischen Haldenstein bestätigt: Zugvögel bewegen sich weit oberhalb der Rotorflügel von Windenergieanlagen. Greifvögel, Krähen und andere Vögel umfliegen die Anlage in einem Abstand von hundert Metern. Untersuchung zur Effektivität der Fledermaus und Vogeldetektion der DTBat- und DTBird-Systeme der Calandawind-Turbine
  • Bezüglich des Rotmilans gibt ein Forschungsprojekt der EU-Kommission, das die wichtigsten Todesursachen herausfinden soll, Entwarnung im Hinblick auf die Windkraft: Haupttodesursache ist, dass die Vögel von anderen gefressen werden, gefolgt von Giftködern, dem Strassenverkehr, Abschüssen, Stromleitungen und Schienenverkehr. Erst an letzte Stelle steht die Windkraft. Zum einem Beitrag auf ZDF
  • «Wir gehen davon aus, dass 75 % der europäischen Brutvögel vom Klimawandel bedroht sind. Wenn wir auf umweltfreundliche Windenergie setzen, kommt dies auch der Vogelwelt zugute», erklärte Felix Liechti von der Vogelwarte Sempach in «Beobachter Natur» (April 2014). Damit trifft er den Nagel auf den Kopf: Windenergie verringert den Bedarf an fossilen Energien und trägt so zum Kampf gegen den Klimawandel bei.