Die Akzeptanz steigt mit der Erfahrung

Die Mehrzahl der Anwohnenden von Windenergieanlagen fühlt sich nicht gestört – im Gegenteil, die Akzeptanz steigt mit der Erfahrung.

Eine deutliche Mehrzahl der Anwohnenden von Windenergieanlagen fühlt sich durch sie nicht gestört. Auf dem Mont Crosin im Berner Jura, auf dem Gütsch oberhalb von Andermatt oder in der Biosphäre im Entlebuch wurden neue Windenergieanlagen neben bestehende gebaut, ohne dass es Einsprachen gab. Das zeigt: Je besser Menschen Windenergie kennen, umso positiver sind sie ihr gegenüber eingestellt.

SE Anwohnende

Windenergieanlagen in der Unesco Biosphäre Entlebuch, nur einen Steinwurf vom nächsten Bauernhof entfernt. Bild: Roland Aregger

  • 2025 hat die Bevölkerung der Stadt Chur dem Bau eines zweiten Windrads mit 83.10% JA-Stimmen klar zugestimmt.
  • Die Gemeinde Andermatt hat 2023 dem Ausbau des Windparks Gütsch ohne Gegenstimme zugestimmt, 2025 gingen zwei neue Windräder ans Netz.
  • Die Gemeinde Realp hat 2023 dem Bau von zwei Windrädern unmittelbar neben dem Windpark Gütsch ohne Gegenstimme zugestimmt. Die beiden Windräder gingen 2025 ans Netz.
  • 2021 hat die Bevölkerung der Dörfer Corgémont und Cortébert im Berner Jura dem Windparkprojekt Jeanbrenin mit über 90 % Ja-Stimmen zugestimmt. Die Gemeinden liegen unmittelbar neben dem Windpark Juvent, dem grössten Park der Schweiz.
  • In Charrat im Wallis, wo bereits eine Windenergieanlage Strom produziert, hat die Bevölkerung zweimal einer Erweiterung um 2 Anlagen zugestimmt, das letzte Mal 2016 mit 66 % Ja-Stimmen.
  • Eine 2021 von Harris in Frankreich durchgeführte Studie zeigt, dass 80 % der Menschen, die weniger als 10 km von einer Windenergieanlage entfernt wohnen, der Windenergie positiv gegenüberstehen und dass 89 % einen weiteren Ausbau befürworten. Die Akzeptanz unter den Anwohnenden ist höher als unter denen, die keine Erfahrung mit Windenergie haben. Sondage Harris interactif : les français et l’éolien
  • Eine 2016 von Prof. Dr. Rolf Wüstenhagen, der am Institut für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen forscht, durchgeführte Studie zeigt: Die Anwohnenden der Windenergieanlage Haldenstein bei Chur waren bezüglich Lärm und Auswirkungen der Anlage auf die Landschaft positiv überrascht, sodass jetzt 77 % einem weiteren Ausbau der Windenergie offen gegenüberstehen. Vor dem Bau der Windenergieanlage war die Akzeptanz deutlich geringer. Studie „Befragung der Anwohner von möglichen Windparks in der Ostschweiz“ (Haldenstein ab S. 35)

Siehe auch: Bewilligungsverfahren und Abstandregelungen