23. Januar 2025

Zwei wegweisende Abstimmungen zur Windenergie im Bündner und St. Galler Rheintal

Am 9. Februar stimmt die Bevölkerung der Stadt Chur über ein zweites Windrad ab, das jährlich rund 7.5 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren könnte. In der St. Galler Gemeinde Au-Heerbrugg wird gleichzeitig über einen Mindestabstand zwischen bewohnten Gebäuden und grossen Windenergieanlagen abgestimmt. Eine Annahme der Initiative würde die geplante Windturbine des Industriebetriebs SFS, die rund 5 Millionen Kilowattstunden produzieren könnte, verunmöglichen.

Calanda

Fotomontage der zwei Windräder, ein bestehendes und eines in Planung. Bild: Kanton Graubünden

Bei Chur produziert die Windenergieanlage Olis 1 von Calandawind seit 2014 jährlich durchschnittlich 4.5 Millionen Kilowattstunden, was dem Haushaltstromverbrauch von rund 10% der Churerinnen und Churer entspricht. Oldis 2, die geplante neue Anlage mit einer prognostizierten jährlichen Produktion von 7.5 Millionen Kilowattstunden, würde den Windstromanteil am Haushaltstrom der Gemeinde Chur auf 25% steigern. Die Gemeinde befürwortet das Projekt. 

Zur Botschaft vom 9.2. 25 der Gemeinde Chur zum Bau von Oldis 2 >> 

SFS

Fotomontage Standort 7, SFS Kreisel, 2'765'692 / 1'254'012 Nabenhöhe 148 m, Gesamthöhe 223 m, Distanz zur Anlage 600 m. Bild: SFS

Windstrom für die Industrie
In der Gemeinde Au-Heerbrugg plant der Industriekonzern SFS auf seinem Firmengelände eine Windenergieanlage. Das sogenannte Projekt RhintlWind sieht den Bau einer Windanlage vor, die jährlich rund 5 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren und diesen direkt ins Firmennetz eingespiesen würde.  Die Realisierung des Projekts hätte für die Schweiz Signalwirkung, weil es die erste Windanlage wäre, die von der Industrie direkt initiiert und umgesetzt würde. Die SFS möchte mit der Windenergieanlage ihre Eigenproduktion stärken, um somit einen wichtigen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit, Unabhängigkeit und die Sicherung von zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen zu leisten. Eine kommunale Volksinitiative, über die am 9. Februar abgestimmt wird, fordert nun allerdings einen Mindestabstand von 500 Metern zwischen Windenergieanlagen und bewohnten Gebäuden. Diesen Abstand könnte SFS am Standort in Heerbrugg nicht erfüllen, weshalb eine Annahme dieser Initiative einem Verbot dieses wegweisenden Projekts gleichkommen würde.  

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