6. März 2025

Äusserst knappes Nein zum ersten Industrie-Windrad der Schweiz

Am 9. Februar wurde in der Gemeinde Au-Heerbrugg eine Volksinitiative für einen pauschalen Mindestabstand von 500 Metern zwischen Wohngebäuden und der Windenergieanlage des Industriekonzerns SFS mit 50.1% Ja-Stimmen angenommen. «Wir nehmen das äusserst knappe Resultat mit Bedauern zur Kenntnis und möchten uns für den intensiven Dialog mit allen Interessierten in den letzten Jahren bedanken», sagt Jens Breu, CEO der SFS Group.

SFS

Die SFS Group wollte den Strom vom geplanten Windrad direkt in die Produktion vor Ort verbrauchen. Bild: SFS

Die SFS Group kann das Projekt RhintlWind, das ein Windrad vorsah, dessen Strom direkt in die Produktion vor Ort eingespiesen worden wäre, unter den gegebenen Umständen nicht weiterverfolgen. Angesichts der drohenden Stromlücke wird SFS der Ausbau von erneuerbaren Energiequellen die Schweiz weiterhin beschäftigen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass industrie-integrierte Windenergieanlagen zur dezentralen Energieerzeugung direkt am Verbrauchsort Teil der Energiezukunft sind. Sollte sich die Rechtslage in Zukunft ändern, wird SFS erneut den Dialog mit der Bevölkerung suchen.

“Die Realisierung dieses Projekts hätte für die Schweiz Signalwirkung gehabt, weil es die erste Windenergieanlage gewesen wäre, die von der Industrie direkt initiiert wurde“, erklärt Olivier Waldvogel, Verantwortlicher für die Deutschschweiz bei Suisse Eole. SFS hätte mit der Windenergieanlage ihre Eigenproduktion stärken und somit einen wichtigen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit, Unabhängigkeit und die Sicherung von zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen leisten können. Windenergieanlagen, die direkt Strom für die Industrie liefern, gibt es bereits in unseren Nachbarländern. “Es ist an der Zeit, dass auch in der Schweiz eine Vorzeigeanlage gebaut wird, damit die Industrie auf den Geschmack kommt. Denn Windenergieanlagen garantieren günstigen Strom, auch im Winterhalbjahr”, unterstreicht Olivier Waldvogel.