8. April 2026

Fakten zu Windenergie statt Falschinformationen: Entwarnung für Immobilienbesitzer und bezüglich PFAS

Die Masterarbeit der Fachhochschule OST mit dem Titel „Frische Brise statt Wertverlust?” kommt zu dem Ergebnis, dass Windräder nicht zu einem Preiseinbruch von Immobilien führen. Sie können sogar das Standortimage positiv beeinflussen. Fast gleichzeitig gibt der Kanton Graubünden bezüglich PFAS um das Windrad Calandawind Entwarnung.

Das Fazit der Studie von Gianna Curatolo und Celine Mischler im Rahmen des MAS Real Estate Management an der OST lautet: Zwar kann es in der Nähe von Projekten, die sich noch in der Planungsphase befinden, vereinzelt dazu kommen, dass Immobilien temporär an Wert verlieren. Dieser Effekt gleicht sich jedoch langfristig wieder aus. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein genereller, flächendeckender negativer Einfluss von Windkraftanlagen auf Immobilienpreise in der Schweiz nicht nachgewiesen werden kann.

Wenn eine Windkraftanlage Teil einer nachhaltigen und gut eingebetteten Standortentwicklung ist, kann sie laut den beiden Autorinnen als „frische Brise” wahrgenommen werden. „In Gemeinden mit hoher Akzeptanz, transparenter Kommunikation oder Beteiligungsmodellen besteht die Chance, dass Windanlagen das Standortimage positiv beeinflussen.” Denn Nachhaltigkeit gewinnt auch bei Kauf- und Investitionsentscheidungen zunehmend an Bedeutung, was sich auf Immobilien langfristig wertstabilisierend auswirken kann.

Zur Meldung von OST über die Studie «Frische Brise statt Wertverlust» >>

PFAS-Untersuchungen nach 12 Jahren Betrieb
Das Windrad in Haldenstein im Kanton Graubünden wurde im März 2013 in Betrieb genommen. Im August 2025, also nach mehr als zwölf Jahren, hat das Amt für Natur und Umwelt (ANU) des Kantons Graubünden direkt unterhalb und in der Nähe der Windenergieanlage Bodenproben entnommen. Diese wurden auf PFAS analysiert und mit Proben anderer Böden im Rheintal und in der Schweiz verglichen.

Unter schweizweiter Hintergrundbelastung
Ein Einfluss der Windenergieanlage auf die PFAS-Belastung des Bodens ist nicht nachweisbar. Die gefundene Belastung lag mit 1,7 μg/kg sogar leicht unter dem schweizweit in Böden zu erwartenden Konzentrationsbereich der Hintergrundbelastung von 2 bis 5 μg/kg. Ein Einfluss des Windrads auf die PFAS-Belastung des Bodens ist somit weder erkennbar noch nachweisbar.

Dieses Ergebnis deckt sich mit den Emissionsbilanzierungen 2020 der European Chemicals Agency (ECHA), welche für den Energiesektor einen Anteil an den PFAS-Emissionen von etwa einem Promille ermittelte.

Monitoring nicht nötig
In ihrer Antwort auf eine Anfrage resümiert die Regierung des Kantons Graubünden: „Da Windenergieanlagen keine Hotspots für die Freisetzung von PFAS darstellen, ist auch kein spezielles Monitoring in der Umgebung von Windenergieanlagen vorgesehen. Generell ist es im Umweltrecht so, dass der Verursacher/die Verursacherin für eine allfällige Sanierung aufkommen muss.” Damit kommt der Kanton auf dasselbe Ergebnis wie zahlreiche Studien in unseren Nachbarländern.

Zur Antwort der Bündner Regierung auf die Anfrage von Said Bucher betreffend Schutz der Sömmerungsg…

Text: Suisse Eole