26. November 2025

2.3 Milliarden Kilowattstunden Windstrom für 2030 – die Strombranche ist bereit!

Der Bundesrat gab heute bekannt, dass er das Ziel von 2.3 Milliarden Kilowattstunden Windstrom für 2030 in der Energieverordnung festschreibt. «Das ist das erstmals Überhaupt, dass wir ein klares Ziel für die Windenergie haben», freut sich Lionel Perret, Geschäftsführer von Suisse Eole. «Die Branche ist bereit: Die aktuelle Projektpipeline umfasst bereits über 2.7 Milliarden Kilowattstunden Windstrom, Tendenz steigend.»

«Windenergie ist der perfekte Match für die Solar- und Wasserkraft,» erklärt Perret weiter, «denn genau dann, wenn die Tage kürzer werden und der Regen in den Bergen in Form von Schnee fällt, produzieren Windenergieanlagen deutlich mehr als im Sommerhalbjahr.» Dass Windenergie nicht einfach nice to have sondern eine Schlüsseltechnologie für unsere Landesversorgung darstellt, hat nun auch die Politik erkannt. Lionel Perret fügt an: «Das Zwischenziel ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes, sondern auch ein starkes Signal für Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen!» 

Strombranche hat Hausaufgaben gemacht
Die Strombranche hat ihre Hausaufgaben gemacht: Projekte mit einer jährlichen Produktion von 2.7 Milliarden Kilowattstunden Windstrom sind in Entwicklung. Davon entfallen rund 1.6 Milliarden Kilowattstunden auf die Winterproduktion. «Das zeigt, dass die Ziele sogar übertroffen werden könnten. Entscheidend ist jedoch, dass die Planungs- und Bewilligungsverfahren für die Projekte und deren Netzerschliessung – sowohl auf Bundes- wie auch auf Kantonsebene beschleunigt werden, um den Ausbau effizient voranzutreiben», unterstreicht Lionel Perret. 

Vergleich Grafik LX SG D

Luxemburg, das mit rund 2600 Quadratkilometern kaum grösser ist als die Kanton St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden, zählte Mitte 2025 bereits 72 Windräder. Bild: Suisse Eole

Der Kanton Uri zeigt es vor
Dass Windenergieprojekte in Kantonen mit bestehenden Anlagen schneller umgesetzt werden können, zeigt das Beispiel Andermatt im Kanton Uri: Dort gingen im November vier neue Windräder ans Netz. Bereits 2023 wurden der Richtplan und die Nutzungsplanung angepasst, 2024 folgte die Baubewilligung. Das EW Ursern wird mit dem Repowering einer bestehenden Anlage des Windparks Gütsch und dem Bau eines neuen Windrads seine Windstromproduktion auf rund 12 Millionen Kilowattstunden steigern – nahezu eine Verdreifachung der heutigen Produktion. Energie Uri wird mit zwei neuen Windrädern auf einen Schlag rund 8.5 Millionen Kilowattstunden Windstrom in den Strommix einspeisen. Das entspricht dem jährlichen Haushaltsstrombedarf von etwa einem Fünftel der Urner Bevölkerung bzw. rund 8000 Personen. 

Beispiel Luxemburg
Luxemburg zählte Mitte 2025 bereits 72 Windräder. Diese decken rund 9 % des Strombedarfs der etwa 678 000 Einwohnerinnen und Einwohner des Landes. In den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden, die zusammen fast dieselbe Fläche aufweisen, hingegen drehen für ihre rund 573’000 Einwohnerinnen und Einwohner noch keine Windenergieanlagen. Doch beschleunigte Verfahren und nicht zuletzt das neue Zwischenziel des Bundesrates lassen erwarten, dass auch hier bald die ersten Windenergieanlagen realisiert werden.